Notwendige Messungen zur Anpassung einer neuen Brille

Digitale Anpassung ermöglicht ein völlig individuelles Seherlebnis

Allein die Verordnung des Patienten für eine Brille zu kennen, reicht nicht aus.Erstens, ohne eine gewählte Brillenfassung ist es unmöglich, das Gesicht des Patienten zu vermessen. Die Verordnung umzusetzen
und zu erfüllen ist vielmehr eine Symbiose aus Brillenfassung und Brillengläsern. Erwähnenswert ist auch, dass nicht alle Fassungen mit jeder Verordnung kompatibel sind. Deshalb ist es wirklich wichtig, dass der Kunde bei seiner Fassungswahl durch den Optiker fachlich angeleitet wird. Was genau misst nun das Videozentriersystem visuReal? Und wie hilft es dem Augenoptiker bei der Herstellung einer individuell angepassten Brille? Hier finden Sie die Antworten

Jedes Gesicht ist anders

Pupillendistanz (PD) Traditionell ist damit der Abstand zwischen den Pupillenmitten beim Geradeausblick gemeint. Heutzutage wissen Augenoptiker, dass dieser Wert allein nicht für eine moderne Brillenherstellung ausreicht. Jedes Glas muss individuell in die gewählte Fassung positioniert werden. Diese Messung berücksichtigt, dass nicht alle Nasen (bzw. Gesichter) gleich sind. Tatsächlich sind es die meisten nicht. Diese Messung berücksichtigt ebenfalls, dass die Fassung mehr links oder rechts von der Mitte sitzt.

Eye Point - Auf die Höhe kommt es an

Einschleifhöhe/ Eye Point (EP) Es ist wichtig, dass die Gläser vertikal zentriert sind, damit sie die exakte Höhe in der Fassung haben. Dies hängt vom Glasdesign ab. Unsere Gesichter sind sehr unsymmetrisch, deshalb ist es für diese Messung von entscheidender Bedeutung, dass die Fassung korrekt im Gesicht sitzt. Dies gilt sowohl für moderne Einstärken- als auch für Gleitsichtbrillen.

Kopf- und Fassungsneigung sind wichtig

Vorneigung (Fassungsvorneigung beim Tragen) Dies ist der Winkel, der sich ergibt aus der Abweichung zwischen der lotrechten Achse vor dem Gesicht des Brillenträgers und der schrägen Fassungslinie bei horizontaler Blickrichtung ins Unendliche beim Tragen der Fassung. Einige Brillen haben eine flache Fassung, aber die meisten neigen sich leicht, sodass der obere Teil der Brille etwas weiter vom Gesicht entfernt ist, als der untere. Bei Gleitsichtgläsern kann eine leichte Neigung die Sicht unterstützen, indem sie zum richtigen Vergrößerungseffekt beiträgt. Anderenfalls treten beim Durchschauen von inkorrekt abgewinkelten Brillen Aberrationen und Verzerrungen auf.

 

Gecurved oder flach?

Fassungsscheibenwinkel (FSW) Hier wird die Fassungsdurchbiegung gemessen bzw. wie stark sich die Fassung zur Gesichtsform krümmt. Abhängig davon, wie hoch oder tief die Basiskurve ist, zeigt dies an, wie gebogen oder flach die Fassung und Gläser sein werden. Bei visuReal wird der Fassungsscheibenwinkel beim Tragen ermittelt.

 

Die entscheidende "Lücke" zwischen Glasrückseite und Auge

Hornhaut-Scheitel-Abstand (HSA) Dies ist der Abstand zwischen der Vorderseite des Auges und der Rückseite des Glases. Der Abstand des Glases vom Auge verändert die effektive Stärke des Glases. Daher ist es wichtig, dies in der endgültigen Stärke des Glases zu kompensieren. Damit der Augenoptiker diesen Wert messen kann, muss die Fassung im Gesicht sitzen. Wir müssen ebenfalls den HSA wissen, den der Optometrist verwendet hat. Wenn man etwas älter ist und Gleitsicht- oder Multifokalgläser trägt, ist es ebenfalls wichtig zu wissen, wo der Optometrist das Additionsglas positioniert hat, als der Patient getestet wurde – also vor oder hinter dem Fernmessglas. Bei visuReal wird der sogenannte FCD (Frame Cornea Distance) gemessen, da man beim Zentrieren noch nicht weiß, wo genau am Ende die Rückseite des Glases sein wird. Daher wird der Abstand zwischen Fassungsmittelpunkt und Cornea gemessen.

Alles "im Kasten"?

Das Kastenmaß des Glases  Das Kastenmaß basiert auf der Idee, einen imaginären Kasten (Auch Box genannt) um die Glasform zu zeichnen, wobei die Seiten des Kastens die äußersten Kanten der Glasform tangieren. Das System nutzt die Seiten der Box als Referenzpunkte für das Standardmesssystem, das folgendes umfasst: Scheibenbreite, Scheibenhöhe oder Fassungsmittellinie und Abstand zwischen den Gläsern (AzG).

 

Präzise, individuelle Datenermittlung - das A und O für bessere Verträglichkeit

Präzise, vom Gerät bereitgestellte, Daten, werden von Beginn der Produktion an berücksichtigt und beeinflussen das optische Design während des gesamten Produktionsprozesses, wodurch dem Träger das bestmögliche Seherlebnis geboten wird. Produkte, die auf individuellen Parametern basieren, garantieren in jedem Fall personalisierte Ergebnisse.

Das digitale visuReal Videozentriersystem hilft Anpass- und Verträglichkeitsprobleme bei Gleitsichtbrillen zu vermeiden. Des Weiteren erleichtert es den Anpassprozess von Individualgläsern und gibt dem Kunden beim Kauf einer neuen Brille ein komfortables Gefühl.

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